Nicht alle Spiele dürfen in den Play Store

Der Google Play Store bietet weit mehr als nur GamesFoto ©Bigstock

Der Google Play Store gilt manchen seiner Anhänger als Symbol für Freiheit. Steht doch Google für ein zensurfreies Angebot, beim dem Entwickler sich nicht nach Vorgaben oder Einschränkungen des App-Store-Betreibers richten müssen. Dass diese Freiheit jedoch auch Grenzen haben kann, mussten unlängst die Anbieter eines Ballerspiels erfahren.

Von Amazon und Google gebannt

Postal„, so der Name des Spiels, erschien erstmals 1997 auf dem Markt. Das Game stand von Anfang an wegen seiner expliziten Gewaltdarstellung in der Kritik. Dabei waren es nicht nur Jugendschützer, die ihren Unmut äußerten. Auch eingefleischte Gamer konnten sich für Postal nicht wirklich erwärmen. Jedoch nicht wegen der überzogenen Gewaltdarstellungen, sondern schlicht und einfach, weil es kein gutes Spiel ist. Dass Amazon sich weigerte, Postal in seinem App-Store anzubieten, kam dann auch nicht überraschend. Die Verbannung aus dem Google Play Store jedoch schon. Hatte man doch dort bis dato eine eher saloppe Politik gepflegt und es den Kunden überlassen, zu entscheiden, was sie kaufen wollen oder nicht. Als Auslöser für die nun erfolgte Sperre wurde „grundlose Gewaltdarstellung“ genannt. Eine an sich nachvollziehbare Begründung. Auch wenn es die Frage aufwirft, warum Google ausgerechnet hier eingeschritten ist, während Spiele wie beispielsweise „Zombie Highway 2“ oder „Carmageddon“ unangetastet blieben. Die Vermutung, es könne im Fall von Postal daran liegen, dass Amazon ebenfalls eine Sperre für das Spiel verhängt hat, findet indes keinen Nährboden. Hat doch das Versandhaus mittlerweile den Bann (zumindest im US-Store) wieder aufgehoben, während Google nach wie vor hart bleibt.

Erwartet uns eine neue Politik von Google?

Unabhängig davon, ob man Postal nun haben möchte oder nicht: Es bleibt die Frage, ob und in welcher Form sich hier eine neue Strategie abzeichnen könnte. Wird im Google Play Store künftig auch zensiert und was bedeutet dies für Entwickler und Kunden? Tatsächlich ist davon die Rede, ein altersbezogenes Einstufungssystem für Spiele einzuführen. Diese könnten dann Vermerke wie „ab 16“ oder „ab 18“ erhalten und entsprechend für (zu) junge Käufer blockiert sein. Damit würde Google zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen könnte man damit in der Kritik stehende Spiele (mit einer entsprechenden Altersfreigabe) wieder einführen. Darüber hinaus hätte das Unternehmen dann gegenüber Jugendwächtern und empörten Eltern ein funktionierendes Argument auf Lager: „Wir sehen es genauso wie Ihr. Deshalb auch der Altersvermerk“. Dies würde viele Dinge erleichtern. „Freiheitsliebende“ Kunden würden vermutlich protestieren, werden dem Google Play Store aber trotzdem weiterhin die Treue halten. Dass sich im Google Play Store künftig Dinge verändern dürften, wird durch eine Ankündigung des Unternehmens bereits untermauert: Es soll „übersichtlicher werden“. Was dies im Detail alles umfasst, wird die Zukunft zeigen. Eine Einstufung nach Altersgruppen bei Spielen hört sich zumindest schon mal nach erhöhter Übersichtlichkeit an. Dass Veränderungen nicht immer alle glücklich machen, ist bekannt. Dass der Google Play Store sich seit seiner Entstehung immer wieder im Sinne der Kunden verbessert hat, allerdings auch. Dies gilt für alle Bereiche und umfasst nicht nur den Gaming-Sektor.

Der Google Play Store hat mehr als Spiele zu bieten!

Bei all den Diskussionen um den Sinn oder Unsinn von Altersfreigaben bei Spielen kann leicht der Eindruck entstehen, es würde sich beim Google Play Store (https://play.google.com/store/) um eine reine Spiele-Plattform handeln. Dem ist bei Weitem nicht so. Hat sich Googles „Software-Kaufhaus“ doch über die Jahre zu einem äußerst umfangreichen Anbieter von Apps aus allen Bereichen gemausert. So finden sich hier zahlreiche Apps für den privaten wie beruflichen Bereich. Unter anderem bietet der Google Play Store zahlreiche Anwendungen für die Arbeit im Büro an. Ebenso gibt es Apps, die dem Kunden helfen, sich um seine Finanzen zu kümmern, alltägliche Abläufe effizienter gestalten oder helfen, Fremdsprachen zu erlernen. Auch der Bereich Gesundheit und Fitness nimmt mittlerweile, neben der Bildbearbeitung, eine sehr große Rolle ein. Man kann sich eine/n Yogalehrer/in nach Hause holen, praktische Lösungen für den Verkehr oder die Wettervorhersage erwerben, Bücher und Zeitschriften lesen, Musik anhören und sich über fremde Länder erkundigen. Wer selbst Musik machen möchte, kann hier mittels verschiedener Apps ein Instrument erlernen. Menschen, die es in die Wildnis zieht, können mit der passenden App Ihr Smartphone in einen Kompass verwandeln (und sich gleich ein paar Survival-Anleitungen dazu holen). Auch wenn ein oberflächlicher Blick auf den Google Play Store den Anschein erweckt, es würden hier vorrangig Spiele angeboten, trifft dies mit Sicherheit nicht zu.

Fazit

Was für den einen ein Erdbeben darstellt, empfindet manch anderer nur als laues Lüftchen. Gesetzt dem Fall, dass Google künftig noch mehr Spielen den Einlass verwehren sollte, können diese über andere, androidtaugliche App Stores erworben werden. Die angekündigte Einstufung nach Alter spricht jedoch eine andere Sprache. Man kann also davon ausgehen, dass Google, anstatt weiteren Spielen den Zugang zum Play Store zu verweigern, diese künftig mit einer Altersfreigabe versehen wird. Eine Vorgehensweise, die andere Anbieter übernehmen könnten und vermutlich auch werden. Fest steht, dass der Google Play Store sich auch weiterhin verändern wird. Dies war schon immer der Fall und hat den Erfolg eher unterstützt, als ihm zu schaden. Wer mit seinem Smartphone nicht (nur) spielen möchte, findet in Googles Software-Kaufhaus jedenfalls eine beeindruckende Auswahl an Apps für alle Bereiche des täglichen Lebens vor. Ein Pluspunkt, der unabhängig von künftigen Veränderungen bestehen bleiben wird.

 

Bildquelle:

Ähnliche Beiträge

Keine Kommentare

Keine Kommentare bisher.

Diesen Beitrag kommentieren